Pressemitteilung: Die zivilen Seenotrettungsorganisationen führen der gesamten EU ihr Versagen vor Augen.

Mittlerweile ist kein einziges Seenotrettungsschiff verblieben, das im Mittelmeer Flüchtende vor dem Ertrinken rettet. Die Festsetzung des Seenotrettungsschiffs „Iuventa“ der privaten Organisation „Jugend Rettet e.V.“ war der Anfang der exzessiven Kriminalisierung der gesamten zivilen Seenotrettungsorganisationen. Im August 2017 wurde das Schiff von den italienischen Behörden beschlagnahmt und auf Lampedusa festgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Crews der „Iuventa“ rund 14.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. „Jugend Rettet“ wird vorgeworfen, mit Schlepperbanden kooperiert zu haben.

Am Dienstag, dem 2. Oktober zeigt die „Initiative Seebrücke Wuppertal“ in Kooperation mit der Filmreihe „Offstream“ den Dokumentarfilm „Iuventa“, in dem die erste Seenotrettungsmission von „Jugend rettet“ begleitet wird. Der Abend soll verdeutlichen, welch ungeheure Leistung die zivilen Seenotrettungsorganisationen vollbringen. Mittlerweile wurde auch allen anderen privaten Seenotrettungsschiffen das Auslaufen ins Rettungsgebiet untersagt. Drei einsatzbereite Schiffe liegen zwangsweise im Hafen von Malta. Der „Aquarius“ von SOS Mediterranée /Ärzte ohne Grenzen, die derzeit noch 58 Geflüchtete an Bord hat, steht der Entzug der Flagge bevor, sollte sie wieder in Marseille einlaufen.

„Die zivilen Organisationen führen der gesamten EU ihr Versagen vor Augen. Ihre Schiffe unter fadenscheinigen Gründen festzuhalten, entbehrt jeglicher rechtsstaatlichen Grundlage. Nun ist niemand mehr im Mittelmeer unterwegs, um die Situation dort zu dokumentieren. Damit wird auch jegliche Zeug*innenschaft der Zustände an der tödlichsten Grenze der Welt, dem Mittelmeer, verhindert. Auf diese Weise sollen die Toten unsichtbar gemacht und der Weg für eine immer rigidere Abschottungspolitik geebnet werden“, so das Urteil einer Sprecherin der „Seebrücke Wuppertal“. „Dass dies nicht unwidersprochen hingenommen wird, dafür setzen wir als „Seebrücke“ uns ein.

Die „Seebrücke Wuppertal“ freut sich diesbezüglich über die Kooperation mit der Kinoreihe „Offstream“. „Der „Offstream“ ist nicht nur eine Reihe besonderer Filme, sondern er versteht sich ausdrücklich auch als politisches Forum. Daher ist es selbstverständlich, dass wir der „Seebrücke Wuppertal“ die Möglichkeit bieten, den Film über das Seenotrettungsschiff „Iuventa“ einem lokalen Publikum vorzustellen“, so Mark Tykwer, Initiator von „Offstream“.

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