IUVENTA – Film und Diskussion mit drei Crewmitgliedern

Am Dienstag, den 02.10. zeigen wir um 19:30 Uhr Dokumentarfilm IUVENTA in der Gathedrale, Alte Feuerwache, Gathe 6, 42107 Wuppertal.

Mit dabei sind drei Mitglieder vom Jugend Rettet e.V. die schon bei Rettungsmissionen der IUVENTA dabei waren! Freut euch also neben dem Film auf eine spannende Diskussion, Erfahrungsberichte aus erster Hand und den aktuellen Stand der Dinge.

Trailer

Termin

2. Oktober 2018 19:30
Iuventa – Der Film | Kinotour & Diskussion
Alte Feuerwache, Gathe 6, 42107 Wuppertal

Pressemitteilung: Die zivilen Seenotrettungsorganisationen führen der gesamten EU ihr Versagen vor Augen.

Mittlerweile ist kein einziges Seenotrettungsschiff verblieben, das im Mittelmeer Flüchtende vor dem Ertrinken rettet. Die Festsetzung des Seenotrettungsschiffs „Iuventa“ der privaten Organisation „Jugend Rettet e.V.“ war der Anfang der exzessiven Kriminalisierung der gesamten zivilen Seenotrettungsorganisationen. Im August 2017 wurde das Schiff von den italienischen Behörden beschlagnahmt und auf Lampedusa festgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Crews der „Iuventa“ rund 14.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. „Jugend Rettet“ wird vorgeworfen, mit Schlepperbanden kooperiert zu haben.

Am Dienstag, dem 2. Oktober zeigt die „Initiative Seebrücke Wuppertal“ in Kooperation mit der Filmreihe „Offstream“ den Dokumentarfilm „Iuventa“, in dem die erste Seenotrettungsmission von „Jugend rettet“ begleitet wird. Der Abend soll verdeutlichen, welch ungeheure Leistung die zivilen Seenotrettungsorganisationen vollbringen. Mittlerweile wurde auch allen anderen privaten Seenotrettungsschiffen das Auslaufen ins Rettungsgebiet untersagt. Drei einsatzbereite Schiffe liegen zwangsweise im Hafen von Malta. Der „Aquarius“ von SOS Mediterranée /Ärzte ohne Grenzen, die derzeit noch 58 Geflüchtete an Bord hat, steht der Entzug der Flagge bevor, sollte sie wieder in Marseille einlaufen.

„Die zivilen Organisationen führen der gesamten EU ihr Versagen vor Augen. Ihre Schiffe unter fadenscheinigen Gründen festzuhalten, entbehrt jeglicher rechtsstaatlichen Grundlage. Nun ist niemand mehr im Mittelmeer unterwegs, um die Situation dort zu dokumentieren. Damit wird auch jegliche Zeug*innenschaft der Zustände an der tödlichsten Grenze der Welt, dem Mittelmeer, verhindert. Auf diese Weise sollen die Toten unsichtbar gemacht und der Weg für eine immer rigidere Abschottungspolitik geebnet werden“, so das Urteil einer Sprecherin der „Seebrücke Wuppertal“. „Dass dies nicht unwidersprochen hingenommen wird, dafür setzen wir als „Seebrücke“ uns ein.

Die „Seebrücke Wuppertal“ freut sich diesbezüglich über die Kooperation mit der Kinoreihe „Offstream“. „Der „Offstream“ ist nicht nur eine Reihe besonderer Filme, sondern er versteht sich ausdrücklich auch als politisches Forum. Daher ist es selbstverständlich, dass wir der „Seebrücke Wuppertal“ die Möglichkeit bieten, den Film über das Seenotrettungsschiff „Iuventa“ einem lokalen Publikum vorzustellen“, so Mark Tykwer, Initiator von „Offstream“.

Stell dir vor, Du musst fliehen

Über Flucht, ihre Gründe und was wir damit zu tun haben.

Laut UNHCR sind derzeit ca. 68,5 Mio. Menschen weltweit auf der Flucht. Was hat das mit uns zu tun?

Alle Menschen könnten Flüchtlinge sein. Niemand hat Einfluss darauf, wo und unter welchen Bedingungen er*sie geboren wird. Es ist allein dem Zufall geschuldet, dass wir in relativem Wohlstand und relativer Sicherheit leben.

Das Gros der Weltbevölkerung hat jedoch weniger Glück. Nur ein geringer Anteil der Menschen in den benachteiligten Regionen dieser Welt ist in der Lage, die persönliche Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern. Warum ist das so? Wer oder was hindert sie daran?

Die Antworten auf diese Fragen sind vielfältig und stehen in direktem Zusammenhang mit der Art und Weise, wie die Bevölkerung der Industrieländer ihren Lebensstandard gestaltet.

Entscheidend ist die Frage, welchen Einfluss die wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen der Industrieländer auf die Lebensbedingungen der Menschen in den benachteiligten Regionen haben.

Stell Dir vor, Du wärest eine*r dieser Menschen.

Es kann nur um eines gehen: Chancengerechtigkeit zu ermöglichen und ebenso nachhaltige wie faire globale Lebensbedingungen zu schaffen, damit Menschen nicht mehr fliehen müssen.

Es geht nicht darum, Flüchtende zu bekämpfen und Fluchtmöglichkeiten zu verhindern!

„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört.“

Die Politik muss sofort damit aufhören, sich den vermeintlichen Frieden in Europa durch zweifelhafte Abkommen mit den Herkunftsländern zu erkaufen.

Sie muss sich stattdessen ernsthaft zu einer menschenwürdigen und gerechten Politik bekennen und diese weltweit in der wirtschaftlichen und politischen Praxis umsetzen.

Erst dann werden Fluchtursachen abgebaut und erst dann wird das Sterben an den Grenzen Europas und im Mittelmeer ein Ende finden.

Es ist an uns, die Verantwortlichen immer wieder daran zu erinnern und diese Entwicklung einzufordern. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und täglich verlieren Menschen ihr Leben auf der Suche nach einem sicheren Ort.

Deshalb kämpfen wir weiter – für sichere Häfen und legale Fluchtwege in einem offenen und freien Europa. Denn die Rettung und Unterstützung von Flüchtlingen ist eine humanitäre Verpflichtung und kein krimineller Akt!

Was würdest Du tun, wenn in Deinem Land Krieg herrscht?

  • Und die westliche Welt an Deinem Elend verdient: Etwa 82% der Gewinne aus Rüstungsexporten (374,8 Mill Dollar im Jahr 2017) entfallen auf die USA und Westeuropa,
  • Deine Angehörigen zu den ca. 160.000 Kriegsopfern gehören oder zu den mehr als 21.000 Kindern, die im Krieg getötet oder verstümmelt wurden,
  • Du drohst zu verhungern oder zu verdursten, weil Hilfslieferungen verhindert werden,
  • Deine Kinder zwangsweise als Soldaten*innen rekrutiert werden,
  • Du, Deine Familie und Deine Kinder Opfer von Vergewaltigung und Missbrauch werden, was aufgrund der Ausnahmezustände in Kriegsregionen täglich geschieht und stillschweigend geduldet wird,
  • Du keinerlei medizinische Versorgung mehr in Anspruch nehmen kannst, weil Krankenhäuser gezielt bombardiert und zerstört werden,
  • Dein Haus, Dein Hab und Gut und letztlich die gesamte Infrastruktur in Deinem Herkunftsland willentlich und systematisch zerstört wird?