Pressemitteilung: Die Stadt Wuppertal muss ein „sicherer Hafen“ werden und weitere Menschen aus Seenot aufnehmen!

1111 Unterschriften um 11.11 Uhr am 17. August 2018. Das war die Zwischenbilanz der Petition „Wuppertaler Appell: FĂŒr Seenotrettung und einen sicheren Hafen!“. Die Petition der „Initiative SeebrĂŒcke Wuppertal“ ist ein BĂŒrger*innenantrag an die Stadt Wuppertal und entstand vor rund zwei Wochen angesichts des Sterbens im Mittelmeer, des Versagens der EU und ihrer Mitgliedstaaten und der Kriminalisierung der privaten Seenotrettungsorganisationen, denen das Retten von Menschenleben vor der KĂŒste Libyens erschwert und unmöglich gemacht wird.

Die „Initiative SeebrĂŒcke“ und immer mehr BĂŒrgerinnen wĂŒrdigen in der Petition all das, was Wuppertal und seine Einwohnerinnen seit 2015 geschafft haben. DarĂŒber hinaus wird die Stadt Wuppertal aufgefordert, sofort und ĂŒber den bisherigen VerteilungsschlĂŒssel hinaus, Menschen aus Seenot aufzunehmen und so zu einem sicheren Hafen zu werden. Die Stadt soll die Bundesregierung auffordern, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ebenso wird an die Stadt appelliert, weitere Kommunen zu einer Ă€hnlichen ErklĂ€rung zu bewegen: „Wir stellen der Tatenlosigkeit der politisch Verantwortlichen mit unserer Petition etwas entgegen, weil wir das bewusste Sterbenlassen an den EU-Außengrenzen, nicht lĂ€nger hinnehmen“, so eine Sprecherin der „SeebrĂŒcke Wuppertal“. „Wir möchten, dass sich weitere StĂ€dte und Kommunen zu den bereits bestehenden anschließen, und so zu SeebrĂŒcken und sicheren HĂ€fen werden. DiesbezĂŒglich freuen wir uns ĂŒber weitere Unterschriften und sind zuversichtlich, dass der BĂŒrger*innenantrag in der Ratssitzung am 17. September positiv beschieden wird. Die Stadt muss ein Zeichen setzen: Auch Wuppertal ist die SeebrĂŒcke!“

Zu finden ist die Online-Petition hier: https://weact.campact.de/petitions/wir-in-wuppertal-wir-schaffen-noch-mehr

Zur Info: Die „Initiative SeebrĂŒcke Wuppertal“ plant fĂŒr die Woche der EuropĂ€ischen Seenotrettung vom 25. August bis 2. September unter dem Motto „#BuildBridgesNotWalls“ vielfĂ€ltige Aktionen.

Wir in Wuppertal – wir schaffen noch mehr!

Köln, Bonn und DĂŒsseldorf haben es vorgemacht. Sie schauen nicht weg, wenn tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken. Sie haben ein Zeichen gesetzt, die Seenotrettung wieder zu ermöglichen und die Geretteten menschenwĂŒrdig aufzunehmen.

Das wĂŒnschen wir uns von der Stadt Wuppertal auch. Deshalb haben wir einen Antrag an den Rat der Stadt Wuppertal formuliert.

FĂŒr diesen Antrag sammeln wir regelmĂ€ĂŸig – meistens an Wochenenden – Unterschriften.

    Wer selbst Unterschriften sammeln möchte, kann den Antrag hier herunterladen und ausdrucken:

    AusgefĂŒllte AntrĂ€ge mĂŒssen bis zum 15.09.2018 an uns geschickt werden. Adresse: Stefan Kottas, Hohenstein 46, 42283 Wuppertal

    Den gleichen Antrag haben wir auch als Online-Petition eingestellt: Jetzt unterzeichnen!

    Der Antrag

    Der Rat der Stadt Wuppertal möge beschließen:

    Die Stadt Wuppertal ist fassungslos angesichts des schrecklichen Sterbens vor den Toren Europas. Sie unterstĂŒtzt das politische Signal der drei StĂ€dte Köln, Bonn und DĂŒsseldorf, die Seenotrettung wieder zu ermöglichen und mahnt hierzu eine europĂ€ische Lösung dringend an.

    Das Sterben auf dem Mittelmeer muss aufhören. Die Praxis der Abschottung und des bewussten Sterbenlassens an der EU-Außengrenze widerspricht allen Prinzipien der HumanitĂ€t und der Menschenrechte.

    Reine SolidaritĂ€tsbekundungen ohne praktische Konsequenzen sind wirkungslos. Daher erklĂ€rt sich die Stadt Wuppertal bereit, sofort geflĂŒchtete Menschen aus der Seenotrettung ĂŒber den bisherigen VerteilschlĂŒssel hinaus, aufzunehmen.

    Sie fordert die Bundesregierung auf, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

    Gleichzeitig fordert die Stadt Wuppertal alle Kommunen in der Bundesrepublik auf, Ă€hnlich oder gleichlautende ErklĂ€rungen zu beschließen.

    BegrĂŒndung

    Wuppertal ist eine bunte und weltoffene Stadt. Immer schon waren bei uns Menschen aus anderen Kulturen willkommen. Deswegen ist unsere Stadt so vielfÀltig, sympathisch, lebens- und liebenswert.

    Das war auch im „Sommer der Migration“ 2015 nicht anders. Im Gegenteil: Auf vorbildliche Art und Weise gelang es der Stadt, Menschen, die fliehen mussten, aufzunehmen und willkommen zu heißen. Alle gemeinsam, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, soziale, kommunale und kirchliche Einrichtungen und viele Ehrenamtliche, die sich in Initiativen zusammenschlossen, zeigten eine Welle der Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen sucht. „Deutschland braucht mehr Wuppertal“, hieß es damals bundesweit.

    Darauf sind wir stolz und freuen uns, wenn wir den Menschen, die Wuppertal seit 2015 bereichern, begegnen: Auf der Straße, im GeschĂ€ft, am Arbeitsplatz. Und gleichzeitig sind wir fassungslos angesichts dessen, was sich zur Zeit vor den Toren Europas abspielt. Menschen verdursten in der WĂŒste, ertrinken im Mittelmeer oder vegetieren unter katastrophalen Bedingungen in den FlĂŒchtlingslagern vor sich hin. Sie werden misshandelt, vergewaltigt und ermordet. Angesichts dessen möchten wir nicht hilflos und untĂ€tig zugucken. Uns ist klar, dass wir in Wuppertal weitere Menschen aufnehmen können und unsere AufnahmekapazitĂ€t noch nicht erreicht ist. Und vor allem ist die große Hilfsbereitschaft der Wuppertalerinnen und Wuppertaler noch lange nicht erschöpft. Deshalb fordern wir den Rat der Stadt Wuppertal auf, ein Zeichen der SolidaritĂ€t mit FlĂŒchtenden zu setzen.

    #SEEBRÜCKE „Day Orange“ Flashmob 04.08.2018 in Wuppertal

    Medienberichte

    Bilder

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